Nach der Fußball-EM wird der nachhaltige Kunstrasen aus Berlin an Projekte und Vereine gestiftet
Berlin, 4. Juni 2024 – Der zwölfte Mann bekommt seinen eigenen, heiligen Rasen. Und die zwölfte Frau natürlich auch: Die berühmte Berliner Fan-Meile wird anlässlich der Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land mit einem neuentwickelten nachhaltigen Kunstrasen ausgelegt – vom Brandenburger Tor, vor dem das größte Tor der Welt mit 21 m Länge und 63 m weiter steht, über den Stern bis zur Straße des 17. Juni.
Die riesige Chill-Out-Area, die auch an spielfreien Tagen als „grüne Oase“ genutzt wird, umfasst gut 25.000 Quadratmeter Kunstrasen, der nach dem Event verschiedenen Projekten und Einrichtungen zugutekommt. So werden mit dem strapazierfähigen Kunstrasen im Anschluss an die EM viele Minispielfelder und Spielplätze ausgestattet.
Schon jetzt können sich Vereine und gemeinnützige Institutionen wie KiTas, Jugendzentren und ähnliche um den Kunstrasen bewerben. Jan Lauterbach, Gründer des Herstellerunternehmens SYNLawn sagt: „Nach dem Motto ‚aus Berlin für Berlin‘ freuen wir uns, den Berlinerinnen eine sinnvolle Nachnutzung zu ermöglichen.“ Für den 52-Jährigen fühlt sich das Grün wie Kunst an. Er sagt: „Es ist natürlich kein zweiter verhüllter Reichstag, aber wir schaffen eine kunstvolle Welt nach dem Vorbild der Natur, eine Liegewiese von rekordverdächtigem Ausmaß, auf dem Berlinerinnen und Gäste der Stadt zusammenkommen.“
Gefertigt wird der innovative Kunstrasen aus PCR-Kunststoffen, die aus Verpackungsmaterialien gewonnen werden, genauer gesagt aus dem gelben Sack. Ein zweiter Materialanteil stammt aus Bio-Reststoffen. Durch ein spezielles Verfahren gelingt es dem Hersteller SYNLawn den Kunststoff-Kreislauf zu schließen und dabei erstmals eine nahezu CO2-freie Produktion zu ermöglichen.
Bereits bei der Entwicklung des Materials standen die Umweltverträglichkeit, die Langlebigkeit und die Wiederverwertung im Fokus. Der Kunstrasen lässt sich nach der Fußball-EM problemlos abbauen und an einem neuen Ort wieder einsetzen.
Sollte ein Teilstück nicht mehr einsatzfähig sein, kann es problemlos recycelt werden: Im hochmodernen Essener Werk der Firma FormaTurf wird dieser besondere Rasen zu robusten Bauelementen verarbeitet. Diese Elemente finden ebenfalls bereits Verwendung auf der Fan-Meile, um den Boden auszugleichen und das Areal barrierefrei zu gestalten.
Lauterbach sieht weitere Vorteile des Kunstrasens: „Durch die Verwendung eines speziellen natürlichen Wirkstoffs auf Kohlenstoffbasis verhindern wir die statische Aufladung, eine antimikrobielle Beschichtung erschwert Viren und Bakterien die Haftung an der Oberfläche der Halme und die Dual-Chill-Technologie sorgt dafür, dass sich der Rasen auch bei hohen Temperaturen nicht aufheizt.“ Außerdem enthält der Rasen kein Gummigranulat als Infill, er ist extrem pflegeleicht und bedarf keiner Wässerung. Sogar der Belastung durch Liefer- und Einsatzfahrzeuge hält der Kunstrasen problemlos stand. Alle Eigenschaften und Recyclingverfahren wurden erfolgreich getestet, zudem erfüllt der Kunstrasen strengste Spielzeug- und Umweltverträglichkeitsnormen.
Die Fertigstellung der Rasenfläche ist für den 9. Juni geplant. Während der gesamten EM, vom 14. Juni bis zum 14. Juli, wird das Areal nicht nur für gigantische Public-Viewing-Events genutzt – geplant sind Konzerte, Kinoabende und ein vielfältiges Entertainmentprogramm. Tagsüber steht die Fläche allen Fans als Park offen – für Spiel, Sport oder entspanntes Picknick-Vergnügen. Der Abbau des Kunstrasens beginnt am Tag nach dem Finalspiel am 15. Juli.
Einem ersten Belastungstest mit Fischer & Lustig Küchenchef Holger Mootz, Beast Küchenchef Fabian Meister und Beast Koch Carsten Schulz hielt der Rasen beim Baustellen-Catering bereits für das gesamte Team stand.
© Sandra Schuck

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